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Institut für Baubiologie + Ökologie IBN

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Wohnung und Gesundheit
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Aus: Wohnung + Gesundheit 141, Winter 2011, S. 61

Mineralöl aus Verpackungen in Lebensmitteln (Sabine Wenzel)

Altpapierrecycling ist eigentlich eine gute Sache. Schweizer Wissenschaftler haben allerdings festgestellt, dass Recyclingkartons, wie sie auch für Lebensmittel verwendet werden, Mineralölrückstände enthalten können. Diese Mineralöle stammen aus den Druckfarben der für das Recycling verwendeten Zeitungen und Zeitschriften. Sie bleiben im Recyclingprozess erhalten.

Wenn nun Lebensmittel wie Reis, Nudeln, Grieß, Semmelbrösel, Frühstückscerealien, Mehl, Gebäck, Nüsse, Schokolade etc. in derartigen Kartons gelagert werden, können Mineralöle in größeren Mengen in das Lebensmittel übergehen.

Druckfarben aus Frischpapierverpackungen gehen ebenfalls in Lebensmittel über und auch die Transportkartons aus Wellpappe kommen als Quelle in Frage.

Je länger die Lebensmittel im Karton lagern, desto höher ist der Übergang. Auch die spezifische Oberfläche der Lebensmittel spielt dabei eine Rolle. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) gibt an, dass Recyclingkartons typischerweise 300-1000 mg/kg kürzerkettiges Mineralöl (C18-C22) enthalten. Wie stark Lebensmittel dadurch belastet werden und welche Stoffgemische dabei vorkommen, ist bisher im Einzelnen nicht bekannt. Lebensmittelanalysen im Auftrag des ARD-Fernsehmagazins „Plusminus“ haben in jeder 2. Probe Mineralölspuren gefunden, z. B. bis zu 2,6 mg/kg in Frühstücksflocken und Grieß. Das Kantonale Labor Zürich bestimmte einen Übergang der Mineralöle auf Reis von bis zu 19,4 mg/kg, wobei es sich um kürzerkettige Mineralölfraktionen (< C25) und einen hohen Anteil an Aromaten (10-25 %) handelte. (...)