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Aus: Wohnung + Gesundheit 141, Winter 2011, S. 32-33Der Traum vom guten Schlaf – Teil 1 (Joachim Gertenbach)Wirkt Elektrosmog auf das Schlafverhalten ?Bereits 1996 wurden Einflüsse auf den Schlaf durch Mobilfunkwellen nachgewiesen1). Zudem wurde 2008 anhand von Gehirnstrom-Messungen beobachtet, dass elektromagnetische Wellen auf verschiedene Personen unterschiedlich wirken.2) Dagegen veröffentlichte die Bundesregierung im Deutschen Mobilfunk-Forschungsprogramm (DMF), dass keine Beeinträchtigung des Schlafes in experimentellen Studien feststellbar waren.3) Die nachfolgenden Beispiele zeigen hingegen, dass „Elektrosmog“ sehr wohl den Schlaf beeinflusst und dies objektiv nachgewiesen werden kann. Der Artikel knüpft an die Artikel in W+G 121 und 123 an. Wie kann das Schlafverhalten überprüft werdenMenschen, die unter Schlafmangel leiden, gehen üblicherweise ins Schlaflabor, um die Ursachen für das Schlafdefizit zu finden. Allerdings sind dort ganz andere Verhältnisse als zu Hause gegeben. Die Umgebung erinnert oftmals mehr einem Krankenhaus, als an das traute Heim. Eine Kamera überwacht das Schlafverhalten, eine Verkabelung behindert den natürlichen Bewegungsablauf und verhindert gewohnte Schlafpositionen. Zur Überprüfung des Einflusses von Elektrosmog auf das Schlafverhalten ist daher das gewohnte Umfeld mit einem portablen Messgerät für Aufzeichnungen am besten geeignet. Durch eine gezielte Veränderung eines Umgebungsparameters, wie z.B. das Ausschalten der Sicherung für das Schlafzimmer, können andere Einflüsse weitestgehend minimiert werden. Trotz optimaler Messbedingungen muss dennoch stets berücksichtigt werden, dass auch veränderte Lebensgewohnheiten, eine unterschiedliche Ernährung, die Einnahme von Medikamenten, psychischer Stress, körperliche Aktivitäten usw. den Schlaf in erheblichem Maße beeinträchtigen können. Kennzeichen eines optimalen SchlafsEin ausreichender Schlaf zeigt sich subjektiv am folgenden Tag, der ohne Müdigkeit gemeistert werden sollte. Objektivierbar ist der nächtliche Schlaf durch eine Analyse der Gehirnströme. Diese kennzeichnen unterschiedliche Phasen, die sich regelmäßig wiederholen. Zum einen gibt es die Schlafstadien von leichtem Schlaf (S1) bis hin zum Tiefschlaf (S4). Diese dienen der körperlichen Regeneration. Zum anderen gibt es die Traumphasen (REM), in denen das Langzeitgedächtnis aktiviert wird und in denen eine psychische Regeneration stattfindet. Die Tiefschlafphasen sind in der ersten Nachthälfte ausgeprägter, während die zweite Nachthälfte von den immer länger werdenden Traumphasen bestimmt wird. Ein natürlicher Rhythmus von sich abwechselnden Tiefschlaf- und Traumphasen kennzeichnet einen optimalen Schlaf. Die Schlafdauer ist dabei individuell unterschiedlich und beträgt im Durchschnitt rund sieben Stunden. Ein mehrmaliges, kurzes nächtliches Aufwachen (ca. 26 Mal pro Nacht) ist durchaus üblich und beeinträchtigt nicht den optimalen Schlaf. Beispiel SchlafprofilDas gezeigte Beispiel (weitere Beispiele siehe Teil 2 in W+G 142) zeigt das Schlafprofil eines Kindes, bei dem vorsorglich eine baubiologische Schlafplatz-Untersuchung durchgeführt wurde. Aufgezeichnet wurden die Profile mit einem Analysator („Quisi“, www.axon-gmbh.de), der zur Ermittlung der Gehirnströme lediglich drei Elektroden benötigt, die auf der Stirn angebracht werden. Die integrierte Software generiert die einzelnen Schlafstadien automatisch. Um den Einfluss von Elektrosmog auf die Klienten zu ermitteln, wurden jeweils mindestens zwei Aufzeichnungen durchgeführt: Zunächst unter den am Schlafplatz üblichen Bedingungen und danach mit deutlich erhöhtem oder verringertem Elektrosmog. Als Funkquellen dienten die üblich vorhandenen Dauer-Sender, wie DECT-Telefone oder WLAN-Systeme. In anderen Fällen wurden die externen Mobilfunkwellen am Schlafplatz abgeschirmt. Bezüglich Veränderung des Schlafverhaltens wurden folgende Kriterien verglichen: Schlafdauer (Gesamtzeit vom Einschlafen bis wach werden), Halbschlaf (Schlafphasen S1 + S2), Tiefschlaf (Schlafphasen S3 + S4), Träumen (REM Phase), Wach sein, Schlafeffizienz (Verhältnis Schlafund Traumphasen zur Verweildauer im Bett).
In wissenschaftlichen Studien wurden die Einflüsse durch Funkwellen auf das Schlafverhalten bereits nachgewiesen. Mit Hilfe des eingesetzten Schlafanalysators scheint es gut möglich zu sein, das Schlafverhalten einzelner Menschen zu ermitteln. Die Untersuchungen zeigen auch die Individualität jeder einzelnen Testperson, denn die Provokation mit DECT-Funkwellen war in drei Fällen in ihrer Intensität etwa ähnlich hoch, ihr Einfluss auf das Schlafverhalten jedoch unterschiedlich stark ausgeprägt. Wichtig zu beachten ist, dass die Immissionen so weit unterhalb der offiziellen Grenzwerte liegen, dass thermische Effekte absolut ausgeschlossen werden können, und es sich hier eindeutig um athermische Effekte handelt, die in jedem Haushalt mit DECT-Telefonen oder WLANRoutern entstehen können. Durch konsequente Minimierung von hoch- und niederfrequenten elektromagnetischen Belastungen kann das Schlafverhalten verbessert werden, und zwar wird kurzes nächtliches Aufwachen vermindert, der Schlaf wird ruhiger und länger, die Rhythmik von Tiefschlaf und Traumphasen sorgt für eine ausreichende physische und psychische Regeneration. Wünschenswert wären weitere Untersuchungen mit baubiologisch definierten Randbedingungen, um auch über die Anzahl der Fallbeispiele zu statistisch signifikanten Aussagen kommen zu können. Weitere Artikel rund um das gesunde Bauen und Wohnen finden Sie in unserer Zeitschrift “Wohnung + Gesundheit” Nr. 141.
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