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Aus: Wohnung + Gesundheit 136, Herbst 2010, S. 39-40Runder Tisch Nachhaltiges Bauen des BMVBS (Klaus Zahn) - VolltextversionIBN ist seit 2009 MitgliedDas IBN ist seit Oktober 2009 Mitglied am Runden Tisch Nachhaltiges Bauen des Bundesministeriums für Verkehr, Bau- und Stadtentwicklung (BMVBS) und wird von Arch. Klaus Zahn in Berlin vertreten. Mit dem am 12. Dezember 2001 gegründeten Runden Tisch ist ein Gremium zur Unterstützung des BMVBS eingerichtet worden. Seine Mitglieder setzen sich aus Vertretern von Verbänden der Bauwirtschaft, der Industrie und der Wissenschaft zusammen. Sie haben die Möglichkeit, ihre Erwartungen und Zielvorstellungen vom nachhaltigen Bauen in den Runden Tisch einzubringen. Zudem hat der Runde Tisch Arbeitsgruppen mit der Bearbeitung von unterschiedlichen Schwerpunktthemen eingerichtet, deren Arbeitsergebnisse in den kontinuierlich stattfindenden Sitzungen besprochen und neue Aufgabenziele gesteckt werden. Alle dabei gewonnenen Kenntnisse fließen in die Überarbeitung des „Leitfaden Nachhaltiges Bauen“ und in das nationale BMVBS-Zertifizierungssystem zur Beurteilung der Nachhaltigkeit von Hochbauten. Ein nationales Bewertungs- und Zertifizierungssystem entwickelnDas ist das vorrangige Ziel des runden Tisches. Auf der Grundlage des „Leitfaden Nachhaltiges Bauen“ sollen mess- und nachvollziehbare Kriterien für das nachhaltige Planen und Bauen entwickelt werden. Diese münden dann in ein nationales Zertifizierungssystem für nachhaltiges Planen und Bauen ein, das zukünftig Grundlage für private wie für öffentliche Gebäude sein soll. Der Leitfaden aus dem Jahr 2001 wurde in den vergangenen Jahren kontinuierlich überarbeitet und parallel zur Entwicklung des Deutschen „Gütesiegel Nachhaltiges Bauen“ (DGNB) fortgeschrieben. Die aktualisierte Fassung soll im Sommer 2010 veröffentlicht werden. Das Deutsche Gütesiegel Nachhaltiges Bauen (DGNB)Das DGNB wurde in den vergangenen
drei Jahren von der Deutschen
Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
(DGNB, Es gibt keine Exklusivrechte für die DGNB, auch andere Institutionen dürfen nach Genehmigung das BMVBS-Zertifizierungssystem anbieten. Das Bundessiegel erhält zukünftig einen eigenen Namen. Das Gütesiegel basiert auf folgenden Das Gütesiegel basiert auf folgenden 6 Themenfeldern:
Diese Themenfelder lassen sich wiederum in 61 Kriterien untergliedern (siehe www.dgnb.de). 14. Sitzung des Runden Tisches Nachhaltiges Bauen (4/2010)Die Bundesregierung wird die bisherige Arbeit des BMVBS zum Thema Nachhaltiges Bauen fortführen und weiter entwickeln. Es werden voraussichtlich weitere Gelder für die Konjunkturprogramme bereitgestellt. Der öffentliche Bau soll trotz rückläufigem Wirtschaftsbau um ca. 15% wachsen. Der von der Bundesregierung berufene „Rat für Nachhaltige Entwicklung“ wird weiter entwickelt, Ziele und Maßnahmen werden konkretisiert. Das BMVBS wird die Nachhaltigkeitsbemessungen konkretisieren und durch weitere Methoden und Verfahren ergänzen. Die Forschung wird weiter auf hohem Niveau unterstützt. Die europäische und internationale Normierung wird fortgeführt mit dem Ziel, ein einheitliches europäisches Bauzertifikat Nachhaltigkeit zu entwickeln. Vorbildfunktion des BundesDer Bund will seiner Vorbildfunktion für Baukultur und Nachhaltigkeit weiter gerecht werden. Es wird auf die Erfolge bei der energetischen Sanierung von Bundesbauten verwiesen. Gefördert werden sollen zukünftig verstärkt besonders „innovative Technologien und Materialien“. So sollen „viel versprechende Hochtechnologien (Nano-, Vakuum- , LEED-Technologie)“ stärker für das Bauen nutzbar gemacht werden. Mittel- und langfristig sei neben diesen Punkten die Implementierung der lebenszyklusorientierten Gesamtwirtschaftlichkeit zur Förderung der Konkurrenzfähigkeit von hoher Bedeutung. Nur dadurch könne der unheilvolle Preiswettbewerb zugunsten höherer Bauqualität korrigiert werden. Baukultur sei bei ausschließlicher Betrachtung von Planung und Erstellung eines Gebäudes nicht möglich. Bewertungssysteme für das nachhaltige BauenDas BMVBS wies darauf hin, dass
die Bewertungskriterien für Büround
Verwaltungsgebäude öffentlich
im Internet zugänglich sind (siehe
Im weiteren Verlauf der 14. Sitzung des Runden Tisches Nachhaltiges Bauen wurden weitere Themen vorgestellt und diskutiert (siehe Kasten). Baubiologie und Runder Tisch Nachhaltiges BauenMan sollte meinen, dass Mitglieder am Runden Tisch Nachhaltiges Bauen zu den Protagonisten des nachhaltigen Planens und Bauens gehören. Leider stimmt das nur zum Teil, denn die Akteure aus Wirtschaft, Politik und Forschung haben unterschiedliche und z.T. auch eigennützige Interessen. Es gibt Akteure, die das Thema aktiv nach vorne bringen wollen und dabei möglicherweise etwas gewinnen und andere, die dabei etwas zu verlieren haben. Es ist nachvollziehbar, wenn Hausbesitzer sich dagegen sträuben, zu hohe Lasten aufgebürdet zu bekommen. Andererseits sollte niemand dafür belohnt werden, dass er in der Vergangenheit zu kurzfristig gedacht und an der falschen Stelle gespart hat. Es ist ein Gremium, das unsere gesellschaftlichen Verhältnisse widerspiegelt. Die Entscheidungsprozesse verlaufen im entsprechenden Tempo, die Beharrungskräfte sind groß. Das Forum bietet aber dennoch die Möglichkeit, mitzugestalten und an dieser Entwicklung teilzunehmen. Chancen für ein baubiologisches GütesiegelDas Institut für Baubiologie und Ökologie wurde 1983 mit dem Ziel gegründet, ganzheitliches ökologisches Bauen weiter zu entwickeln und voranzutreiben. Das IBN hat wesentlich zur Entwicklung dieser Thematik und zur Sensibilisierung in der Öffentlichkeit beigetragen. Die Entwicklungen und Erfahrungen seit den 80-er Jahren haben die Erkenntnisse und Forderungen der Baubiologen weitgehend bestätigt. Vielen Menschen, welche die Dienste von Baubiologen in Anspruch genommen haben, konnte u.a. zum Wohl ihrer Gesundheit geholfen werden. Das DGNB hat für seinen Gebäudepasses einige der seit langem vom IBN geforderten Kriterien aufgenommen und durch weitere Kriterien ergänzt, wie z.B. die Ökobilanzierung und die Lebenszyklus-Thematik. Hier besteht großer Handlungsbedarf, nur wenige Akteure beherrschen diese Themenfelder. Hier sind zukünftig gerade Baubiologen prädestiniert und eingeladen, tätig zu werden. Ihre Kompetenz wird auch beim Thema Innenraumhygiene gebraucht, es ist das einzige Kriterium im Bewertungssystem, das zur Nichtanerkennung eines Gütesiegels führen kann. Baubiologische Messtechniker sollten hier die Initiative ergreifen und Ihre Fachkunde bei den entsprechenden Auftraggebern oder den zugelassenen Auditoren DGNB anbieten. Das IBN ist prädestiniert, ein eigenes Bewertungssystem Baubiologie im Rahmen der Kriterien des Bundessiegels für ausgewählte Gebäudetypologien zu entwickeln, bei denen gerade auch Themen wie Gesundheit eine größere Rolle spielen. Es gibt genug Erfahrungswerte, Daten und Projekte, auf denen aufgebaut werden kann. Das IBN ist aktuell dabei, diese Option zu prüfen. |
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