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Aus: Wohnung + Gesundheit 134, Frühjahr 2010, S. 39
Baubiologische Gebäude-Energieberatung IBN (Gisela Raab) - Volltextversion
Erfahrungsbericht einer Teilnehmerin 2009
Eine sehr intensive Studierzeit liegt hinter uns: zwei viertägige Seminare, ein zweitägiges Seminar mit schriftlicher
Prüfung und die Erstellung eines Energieberaterberichtes, der den Zulassungen des BAFA (Bundesamt für
Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) für eine geförderte Energieberatung „Vor-Ort-Beratung“ entspricht.
Ohne Fleiß kein Preis
Als ich mich für diese baubiologische
Weiterbildung entschied, ahnte ich
nicht wirklich, auf was ich mich einlasse.
Zwar wurde der notwendige
Zeitaufwand von Anfang an deutlich
vom IBN kommuniziert und es war
auch klar, dass diese Weiterbildung
den BAFA-Kriterien entsprechen
muss. Aber irgendwie hoffte ich,
mit einem reduzierten Zeitaufwand
zurecht zu kommen, zumal ich seit
rund 10 Jahren Baubiologin IBN bin
und seit fast 20 Jahren Berufserfahrung
als Bauingenieurin habe. Ohne
sich für die vier Online-Hausaufgaben,
die Prüfungsvorbereitung und
die Hausarbeit (Energieberatungsbericht
als Gruppenarbeit) insgesamt
10-14 Tage freizunehmen, wird man
diese Weiterbildung kaum erfolgreich
abschließen können.
Für und Wider der Weiterbildung
Doch ich bereue nicht, den Mut für
diese Weiterbildung aufgebracht zu
haben. Insgesamt betrachtet ist diese
Weiterbildung doch sehr gut. Die
Referenten sind fit in ihrem Thema.
Der Blockunterricht ist sehr effizient
und die Online-Hausaufgaben
sind äußerst sinnvoll. Jedoch ist
der Bezug zwischen den einzelnen
Vorträgen aufgrund des kompakten
Ausbildungskonzeptes nicht immer
leicht herzustellen. Daher ist es fast
unvermeidlich, sich ergänzende Literatur
zu beschaffen, um den roten
Faden nicht zu verlieren, die Zusammenhänge
zu erkennen, das Wichtigste
aus den vielen Referaten herauszuarbeiten,
später die Prüfung zu bestehen, die Hausarbeit zu schaffen
und vor allem im Berufsleben auch
sattelfest zu werden. Hier hat mir der
„große“ Volland „Wärmeschutz und
Energiebedarf nach ENEV 2009“
sehr geholfen. Das vom IBN zur
Verfügung gestellte kleine Volland-
Büchlein „Energieeinsparverordnung
(ENEV)“ ist auch Gold wert.
Super finde ich, dass wir bereits in
die EnEV 2009 einsteigen konnten.
Eine Vertiefung und Auffrischung
des Wissens samt Erfahrungsaustausch
alle ein oder zwei Jahre halte
ich für sehr wichtig. Toll finde ich
deshalb, dass das IBN nun regelmäßig
vorrangig für Baubiologische
Gebäude-EnergieberaterInnen IBN
Fortbildungsseminare anbietet.
Teilnehmer
Sehr gut fand ich auch die bereits
mitgebrachte Qualifikation und die
Lernbereitschaft der Teilnehmer.
Es herrschte eine ingenieurmäßige
Stimmung vor, auch weil diese
Weiterbildung eine hohe öffentliche
Anerkennung erfährt. Ursache dafür
ist sicher, dass für den Baubiologischen
Gebäude-Energieberater eine
bautechnische Ausbildung als Ingenieur/
in, Architekt/in oder Techniker/
in zwar nicht Voraussetzung ist,
aber vom IBN dringend empfohlen
wird. Der Erfahrungsaustausch unter
den Teilnehmern war immer sehr
befruchtend. Das gemeinsame Anliegen
schweißte immens zusammen
und durch die Hausarbeiten entstanden
neue tiefe Freundschaften. Und
stets wurden die Energiethemen leidenschaftlich
durch baubiologische
Erkenntnisse ergänzt.
Fazit
Mein Fazit für die weitere berufliche
Laufbahn: Einen wirklich guten Energiebericht
zu erstellen, erfordert so
viel Zeit, dass wohl selten jemand
bereit ist, diesen adäquat zu bezahlen.
Deshalb wird es schwierig sein,
alleine mit Energieberatungen und
-berichten genügend Geld zu verdienen.
Jedoch ist es unvermeidbar,
wenn man konsequent baubiologisch
und ökologisch planen und bauen
möchte, sich professionell mit dem
Thema der Energieberatung auseinander
zu setzen, denn nur durch das
intensive Studium beginnt man sich
diesen immer wichtiger werdenden
Bereich des Bauens umfassend zu
erschließen.
Erfreulich ist, dass man
durch diese nicht alltägliche Wissenserweiterung
sehr interessant für
potenzielle Bauherren wird und dies
auch im Geschosswohnungsbau, bei
Senioren-Immobilien, Kindergärten,
Schulen und Bürogebäuden. Somit
können sich Baubiologen damit in
Bereichen etablieren, zu denen sie
bislang oft keinen Zugang hatten.  
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