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Institut für Baubiologie + Ökologie IBN

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Wohnung und Gesundheit
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Aus: Wohnung + Gesundheit 134, Frühjahr 2010, S. 18-19

Baubiologischer Kongress in Lleida/Spanien (Maria Figols Gonzales) - Volltextversion

Europäisches Netzwerk

Vom 26. bis 28. November 2009 hatte das Technische Institut und die Universität von Lleida/Katalonien/Spanien die Ehre, den 1. internationalen Kongress der Baubiologie in Spanien mit einigen europäischen Experten zu veranstalten. Unterstützt durch das IBN in Neubeuern, fanden sich an die 180 Personen ein, hauptsächlich Techniker und Teilnehmer, die im Baugewerbe tätig sind.

Der Direktor des Technischen Instituts in Lerida, Andreu Muñoz, eröffnete die Veranstaltung. Er betonte dabei, dass wir lernen müssen, die menschlichen Aktivitäten so auszurichten, dass das Gleichgewicht der Umwelt erhalten bleibt. In der Architektur wurden in den letzten Jahrzehnten Aspekte wie Tradition, Ethik, Qualität und Ökologie vernachlässigt. Hierzu bietet die Baubiologie einen wissenschaftlichen Ansatz, um diese Aspekte harmonisch und gesund zu vereinen.

Die ökologische Bauaktivität der letzten 20 Jahre in Spanien wurde von der deutschen Architektin und Pionierin Petra Jebens-Zirkel mit ihrer Baubiologischen Beratungsstelle IBN in den Pyrenäen vorgestellt. Zusammen mit anderen Architekten wie Iñaki Urkía, Iñaki Alonso, Gabi Barbeta, Anahí Asenjo, Jordi Badía wurde der Weg zum baubiologischen und menschlichen Bauen und Wohnen in Spanien geebnet. Aber ohne Zweifel ist das IBN die europäische Referenz auf dem baubiologischen Sektor.

Winfried Schneider, Architekt und Sohn des IBN-Gründers Dr. Anton Schneider, aktiv im IBN tätig, stellte die 25 Grundregeln der Baubiologie vor. Diese Regeln sind fundamental und dienen als Qualitätskontrolle bei der Planung und Ausführung eines Projektes.

Eine Einführung in den „Baubiologischen Standard der Messtechnik (SBM)“ stellte Dr. Thomas Haumann den Teilnehmern vor. Haumann, Doktor der Chemie, hat vortrefflich haben wollen. Anhand praktischer Beispiele zeigte Dr. Petersohn die gesundheitlichen Auswirkungen von Schimmelpilzen auf den menschlichen Organismus am Beispiel des Candida albicans. Sein zweiter Vortrag behandelte die Verbindung der Baubiologie zum Gesundheitswesen. Der zweite Tag des Kongresses wurde durch den holländischen, organisch arbeitenden und an der Universität in Alfter bei Bonn lehrenden Architekten Pieter van der Ree begonnen. Van der Ree, Experte der Organischen Architektur, referierte in seinem ersten Vortrag über Design und Gesundheit. Durch seine Zeichnungen und Bilder machte er die Auswirkungen der Farben und Formen auf unser alltägliches Sein und unsere Gesundung sichtbar. Körper und Geist reagieren bewusst und unbewusst auf unsere Wohnungen und Arbeitsplätze und lassen uns genesen oder krank werden. Durch konkrete Beispiele wurde aufgezeigt, dass Menschen in schlecht gestalteten Gebäuden nicht gut leben und wie Gebäudeplaner diese Irrtümer verüber eine ganzheitliche Umweltanalyse berichtet, den SBM. Dabei handelt es sich um Indikatoren und Richtwerte für Schlafplatzuntersuchung sowie Messbedingungen, die von der Baubiologie Maes zusammen mit dem Institut für Baubiologie + Ökologie (IBN) seit 1987 entwickelt wurden.

Passend zur SBM-Thematik folgte die Präsentation von Rolf Canters, Ingenieur und Praktiker mit einer Baubiologischen Beratungsstelle IBN seit 2002. Er stellte sehr anschaulich das Thema Schimmelpilze am Bau einschließlich geeigneter Sanierungs- und Vorsorgemöglichkeiten dar.

Der nächste Vortragende war Dr. Hans-Joachim Petersohn, Naturheilarzt und Umweltmediziner. Seine langjährige praktische Erfahrung auf dem Gebiet des Elektrosmogs und die Wirkung auf den menschlichen Organismus waren Teil seines Vortrages. Unter anderem wurden von ihm die Studien der Skeptiker analysiert, welche die Wirkung der elektomagnetischen Belastung und ihrer Gesundheitsrisiken nicht wahr haben wollen. Anhand praktischer Beispiele zeigte Dr. Petersohn die gesundheitlichen Auswirkungen von Schimmelpilzen auf den menschlichen Organismus am Beispiel des Candida albicans. Sein zweiter Vortrag behandelte die Verbindung der Baubiologie zum Gesundheitswesen.

Der zweite Tag des Kongresses wurde durch den holländischen, organisch arbeitenden und an der Universität in Alfter bei Bonn lehrenden Architekten Pieter van der Ree begonnen. Van der Ree, Experte der Organischen Architektur, referierte in seinem ersten Vortrag über Design und Gesundheit. Durch seine Zeichnungen und Bilder machte er die Auswirkungen der Farben und Formen auf unser alltägliches Sein und unsere Gesundung sichtbar. Körper und Geist reagieren bewusst und unbewusst auf unsere Wohnungen und Arbeitsplätze und lassen uns genesen oder krank werden. Durch konkrete Beispiele wurde aufgezeigt, dass Menschen in schlecht gestalteten Gebäuden nicht gut leben und wie Gebäudeplaner diese Irrtümer verhindern können. Seine zweite Präsentation konzentrierte sich auf die organischen Formen in Verbindung mit dem ökologischen Bauen.

Winfried Schneider analysierte in seinem zweiten Vortrag praxisnah die verschiedenen Konstruktionsmöglichkeiten der Leicht- und Massivbauweise, ihre Vor- und Nachteile sowie die Verfügbarkeit natürlicher, nachwachsender und mineralischer Materialien. Auch wurde die falsche Meinung, dass ökologische Baustoffe die Baukosten erhöhen, aus dem Wege geräumt. Auch mache es wenig Sinn, mit umweltschädigenden und energieintensiv hergestellten Baustoffen ein Passivhaus zu bauen: „Passivhaus ja, aber mit baubiologischen und energiesparend hergestellten Baustoffen“.

Rolf Canters stellte in seinem zweiten Beitrag die Natur als Hauptlieferant baubiologischer Materialien vor. Nachwachsende Materialien haben oft hervorragende Fähigkeiten bzgl. Wärmespeicherung, Wärmedämmung sowie Feuchteausgleich. Zum Abschluss wurde eine baubiologische Altbaurenovierung mit Hanf unter Einbeziehung der energetischen Aspekte vorgestellt.

Am Nachmittag fanden sich alle Experten zu einem öffentlichen Tischgespräch zusammen, zu dem auch spanische Techniker kamen wie Mariano Bueno (Geobiologe), Carlos Requejo (Mitbegründer der geobiologischen Bewegung in Spanien), Monika Brümmer (Architektin und Herstellerin des Thermohanfziegels „Cannabric“ in Andalusien), Ismael Caballero (Messtechniker) und Toni Marín (Herausgeber von „Ecohabitar“, der einzigen Zeitschrift Spaniens für natürliches Bauen). Ausgangsthema der Diskussion war der Vortrag von Petra Jebens-Zirkel „Baubiologie in Spanien: Beispiele und Perspektiven“. Die dabei wichtigsten Aspekte waren:

  • Förderung von Gebäuden, die mit einem Minimum an Energie auskommen und die Gesundheit der Bewohner optimal unterstützen.
  • Die Europäische Gesetzgebung (ab 2015 “low emission buildings” und ab 2019 “zero energy buildings”) ist ein Instrument, welches gegenüber den (meist trägen) Verwaltungen hilft, umweltoptimierte Gebäude durchzusetzen.
  • Baubiologische Bildung und Ausbildung auf allen Gebieten fördern: in Schulen, Universitäten, Foren und Veranstaltungen.
  • Der Prozess ist langsam, aber es ist erkennbar, dass sich auch konventionelle Architekten sowie große Bauunternehmen zunehmend für Baubiologie interessieren. Baubiologische Architektur wird weltweit zwangsläufig zum Standard einer ökologisch ausgerichteten Zukunft.
  • Die derzeitige Wirtschaftskrise ist auch eine Chance: Sie hilft, uns neu auszurichten und uns weiterzubilden und Nischen für neue Betätigungsfelder zu entdecken.
  • Um im Altbau die hohe Energieverschwendung zu reduzieren, wird es viel Arbeit in der Altbausanierung geben, welche eine gute Gelegenheit für baubiologische Aktivitäten darstellt.
  • Forderung, sich für eine Zukunft im Einklang mit der Natur in Ortschaften voller Kultur einzusetzen. Grüne und autonome Entwicklung fördern, in der nicht die städtische Kultur überwiegt.
  • In Spanien wurde 2009 das „Gesetz der Nachhaltigkeit“ verabschiedet. Wir sollten sehr wachsam sein, wie und wann dieses Gesetz bei den Verantwortlichen umgesetzt werden soll, um eine Verwässerung und Verhinderung zu vermeiden.
  • Die Kräfte aller Beteiligten in der Baubiologie sollen in einem nationalen und europäischen Netzwerk vereint werden.

Mit diesen wichtigen Gesichtspunkten und mit dem Besuch eines baubiologischen, vom Netz komplett unabhängigen Wohnhauses in einer Vorstadt von Barcelona, wurde der erste baubiologische Kongress abgerundet. Es war ein sehr erfolgreicher Kongress mit einer großen Beteiligung in einer freundlichen und angenehmen Atmosphäre und es wurde vielfach der Wunsch geäußert, auch in den folgenden Jahren Kongresse durchzuführen. Von vielen Teilnehmern wurde die Notwendigkeit eines gemeinsamen Arbeitens in Netzwerkverbindungen und einer Integration der Baubiologie in die konventionelle Bauweise gefordert, um so eine ganzheitlich gesunde Umwelt zu schaffen.