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Institut für Baubiologie + Ökologie IBN

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Frage + Antwort
Im Buch “Baubiologie in Frage und Antwort” finden Sie 242 Tipps zum gesunden Bauen und Wohnen. Bei Interesse bestellen Sie das Buch für 23 Euro beim IBN im IBN-Shop. Dort finden Sie auch viele weitere Bücher, unsere Zeitschrift Wohnung + Gesundheit und DVDs.

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Aus dem IBN-Buch “Baubiologie in Frage und Antwort”

Welche Luftfeuchte ist optimal?

Über die optimale Luftfeuchte lese ich immer wieder sich widersprechende Aussagen. Häufig werden z.B. 40 bis 50 % relative Luftfeuchte empfohlen. Da solche Werte vor allem im Winter nicht nur in meiner Wohnung unterschritten werden, kaufen sich Viele Luftbefeuchter. In neueren Publikationen heißt es, dass auch deutlich niedrigere Luftfeuchten gesundheitlich akzeptabel sind. Was stimmt?

Antwort

Zu diesem Thema gibt es neuere Erkenntnisse. Mittlerweile weiß man, dass niedrige Luftfeuchten für gesunde Menschen dann unproblematisch sind, wenn die Luft staubarm ist – so empfindet man z.B. die Luft eines trockenen kalten Wintertages i.d.R. als angenehm und erfrischend. Eine staubarme Luft konnte man früher mangels geeigneter Staubsauger nur schwer realisieren. Mittlerweile lässt sich eine staubarme Luft durch entsprechende Auswahl der Baustoffe und Einrichtungsgegenstände, Hygiene und vor allem die Wahl des richtigen Staubsaugers relativ einfach realisieren. Empfehlenswerte Staubsauger sollten mit Hepa-Filtern ausgestattet sein. Alternativ eignen sich auch zentrale Staubsaugeranlagen (Staub-Steckdosen, die mit einem zentralen Sauggerät verbunden sind). In Gebäuden mit Lüftungsanlagen ist die Staubproblematik oft geringer, da die angesaugte Luft gefiltert wird.

Trockene Augen oder Schleimhäute der Atemwege und in der Folge die Neigung zu häufigen Erkältungen entstehen nach heutigen Erkenntnissen meist nicht durch trockene Luft, sondern durch den höheren Staubanteil in trockener Luft (der Staub ist in trockener Luft leichter und sinkt deshalb langsamer zu Boden). Trockene Luft begünstigt auch die statische Aufladung z.B. von Kunststoffen, Teppichen oder lackierten Oberflächen, was wiederum zur Bilder von größeren Staubteilchen oder gar Staubflocken führt (= Clusterbildung). Im Umkehrschluss sollte man also umso öfter wischen und/oder saugen (Staubsauger mit Hepa-Filter), je trockener die Luft ist.

Menschen, die bereits trockene Schleimhäute der Atemwege haben, können vorübergehend ergänzend zu diesen Maßnahmen die Luft befeuchten. Luftbefeuchter sind jedoch sehr häufig Keimschleudern. Bakterien oder Schimmelpilze können dadurch in die Räume gelangen. Deshalb sollte hier die Hygiene-Empfehlungen der Hersteller penibel eingehalten werden. Alternativ ist es sicherer, die Luft durch das Sprühen von Wasser in die Luft bzw. das Besprühen von Teppichen und Vorhängen zu befeuchten. Auch das Kochen von Wasser, das Aufstellen von Wasserschalen (Wasser täglich wechseln; Wasserbehälter täglich säubern!) oder das Aufhängen feuchter Tücher kann helfen.

Um andererseits die Bildung von Schimmel zu vermeiden, sollte aber auch darauf geachtet werden, dass die relative Luftfeuchte nicht über längere Zeiträume über etwa 50 - 60 % ansteigt. Sehr feuchte, schwüle Luft verhindert zudem die Abgabe von Körperfeuchtigkeit, führt zu Wärmestau, Selbstvergiftung, Geruchsbelästigung, Zunahme von Krankheitskeimen etc. Empfehlenswert ist deshalb generell das Aufstellen eines gut kalibrierten Hygrometers (Luftfeuchtemesser).

Die Luftfeuchte kann durch die Auswahl feuchteausgleichender Baustoffe und Einrichtungsgegenstände (Lehm, Holz, Kalk, Naturstoffe etc.) deutlich stabiler in einem angenehmen Bereich gehalten werden.

Ihre Meinung interessiert uns und sicher auch viele andere Leser. Sie sind herzlich eingeladen, über dieses Thema im Forum Baubiologie (Thema: Welche Luftfeuchte ist optimal?) zu diskutieren.

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