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Institut für Baubiologie + Ökologie IBN

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Innendämmung richtig ausgeführt

Innendämmung wird immer wieder als vermeintlich leichter Weg gewählt, um die Energiekosten zu minimieren oder vor kalt abstrahlenden Außenwänden zu schützen. Jedoch ist bezüglich Innendämmung immer besondere Vorsicht geboten.

Durch sie rückt der Taupunkt weiter nach innen, was häufig zu Schimmel und Bauschäden durch Tauwasserausfall z. B. zwischen Innendämmung und Mauerwerk führt. Die Beurteilung, ob Innendämmung möglich ist sowie auch die Ausführung sollte der Fachfrau/dem Fachmann überlassen werden. Aus verschiedenen Gründen (Taupunkt rückt nach außen, Speichermasse der Außenwände bleibt erhalten u. a.) ist die bessere Alternative meist eine Außendämmung. Die Innendämmung soll nur in Fällen angewandt werden, wo eine Außendämmung z. B. aus denkmalpflegerischer oder ökonomischer Gründen (z. B. Dämmung von nur einem Raum) nicht infrage kommt. Wenden Sie sich im Zweifel an eine unserer Baubiologischen Beratungsstellen.

Um Tauwasserausfall durch Innendämmung zu vermeiden, sind 2 Möglichkeiten gegeben:

  1. Anbringen einer raumseitigen Dampfsperre. Diese Maßnahme ist aus baubiologischen Gründen unerwünscht, da sie zu einer Verschlechterung des Raumklimas beiträgt. Es findet keine Diffusion von Feuchte durch die Außenwände mehr statt, die Außenwände tragen auch nicht mehr zum Feuchtegleichgewicht der Raumluft bei. Durch Undichtigkeiten (z. B. im Bereich der Innenwände und -decken oder im Bereich von Installationen, Risse, Beschädigungen – auch nachträglich) kommt es zudem häufig zu Bauschäden. Aus diesen Gründen sollte immer geprüft werden – ob die zweite Möglichkeit infrage kommt oder zumindest der minimal mögliche Diffusionswiderstand für eine Dampfbremse errechnet werden. Meistens – vor allem bei hygroskopischen Baustoffen – reicht ein Diffusionswiderstand von 2, 3 m aus.
  2. Verwendung extrem diffusionsfähiger und hygroskopischer, möglichst auch anorganischer Dämmstoffe, wie z. B. Calciumsilikatplatten (l = 0,05 W/mK, m = 6,2), um die Austrocknung der Außenwände auch zur Raumseite hin zu fördern. Auch Vormauerungen mit Leichtlehm und mineralischen Zuschlägen (nicht Stroh!) kommen infrage (Leichtlehm ist jedoch kein Dämmstoff und muss entsprechend dick gewählt werden, um einen nennenswerten Effekt zu erzielen). Holzweichfaserplatten und Holzwolleleichtbauplatten kommen häufig infrage, es ist jedoch unter extremen Bedingungen besondere Vorsicht geboten, da Holzwolle bzw. Holzfasern organisches Material ist, was schimmeln kann. Bei massiven Baustoffen mit gutem Diffusionsvermögen (Lehm, Ziegel u. a.) wurden hiermit gute Erfahrungen gemacht. Eine Förderung der Austrocknung auch nach innen ist vor allem bei sichtbaren Fachwerkkonstruktionen wichtig, da hier durch nahezu unvermeidbare Fugen zwischen Fachwerk und Ausfachungen bei Beregnung zusätzliche Wasseraufnahme erfolgt. Wasser kann so relativ schnell tief in die Wand vordringen. Neue Forschungsergebnisse z. B. des "Forum Innendämmung" der Weiterbildungsinitiative REN-Impuls-Programm "Bau und Energie" der Einergieagentur NRW (Morianstr. 32, 42103 Wuppertal) oder an der TU Dresden (Sebnitzer Str. 30) zeigen, dass ein Verzicht auf Dampfbremsen nicht zur befürchteten "Tropfsteinhöhle" führt, wenn die Wand aus hygroskopischen Materialien besteht.

Um Bauschäden bei Innendämmungen ohne Dampfsperre zu vermeiden, sind folgende Vorsichtsmaßnahmen zu empfehlen:

  • Die vorhandene Außenwand sollte trocken und schimmelfrei sein (Innendämmung ggfl. im Sommer anbringen).
  • Die Außenwand einschl. Innendämmung muss aus hygroskopischen Materialien bestehen.
  • Die Innendämmung sollte nicht zu dick sein (ca. 2,5 bis 5 cm je nach l-Wert, bei Leichtlehm auch mehr) und einschl. Putz eine diffusionsäquivalente Luftschichtdicke (sd-Wert) von max. 0,5 bis 1,0 aufweisen.

Zur Vertiefung der Thematik empfehlen wir Ihnen folgende Publikationen:

  • Altbausanierung ohne Feuchteprobleme - Kapillaraktive Innendämmung zur thermischen Sanierung an denkmalgeschützten Fassaden, Bundesbaublatt, Heft 2/1998, Verfasser: P. Häupl u. a.
  • Reizthema: Innendämmung, "Wohnung + Gesundheit" Nr. 87, 1998, Verfasser: E. Vill.
  • Fernlehrgang Baubiologie: Lehrheft 7 "Biologische Baustofflehre / Bauphysik"