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Institut für Baubiologie + Ökologie IBN

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Wärmepumpe

Frage: Kann eine Wärmepumpe empfohlen werden?

Da der Ölheizkessel im elterlichen Reihenhaus ausgedient hat, wird eine Investition in die Heizungsanlage notwendig. Bei der Suche nach einer umweltfreundlichen Lösung wurde uns eine Grundwasser-Wärmepumpe empfohlen.

  • Wie ist das Vorhaben ökologisch zu beurteilen (für einen Öl-Brennwertkessel ist kein Platz, Gasanschluss gibt es nicht)?
  • Auf welche Punkte muss man baubiologisch achten?
  • Lohnt sich die Zusatzinvestition für Sonnenkollektoren?
  • Welche Energieversorgung ist für die Wärmepumpe zu empfehlen (Strom oder Gas)?
Antwort

Grundwasser-Wärmepumpen haben eine Leistungsziffer von ca. 3 bis 4; es wird also das 3- bis 4-fache der eingesetzten Antriebsenergie als Nutzungswärme bereitgestellt. Da aber als Antriebsenergie meist elektrischer Strom dient, dessen Wirkungsgrad durch Umwandlungsverluste i.d.R. nur 30 bis 40 % erreicht, ergeben sich gegenüber anderen guten Heizkesseln kaum energetische oder ökologische Vorteile. Ganzheitlich betrachtet sollten bei den Überlegungen die Nachteile der öffentlichen Stromversorgung (Atomenergie, Umweltverschmutzung u.a.) mit einbezogen werden. Wir empfehlen Wärmepumpen deshalb nur dann, wenn sie mit Strom eines Ökostrom-Anbieters (Strom aus regenerativen Energiequellen wie Wasserkraft, Wind und Sonne) betrieben mit einer hohen Leistungsziffer betrieben werden. Noch besser wäre es, wenn die Antriebsenergie mit Gas, in Ihrem Fall Flüssiggas (Adressen: ASUE, Kaiserslautern, www.asue.de) erzeugt werden würde. Weitere Informationen und Adressen können Sie auch vom BINE-Informationsdienst, Mechenstr. 57, 53129 Bonn (www.bine.info), erhalten.

Wie bei allen strombetriebenen Aggregaten und Geräten ist auf ausreichenden Abstand wegen elektromagnetischer Felder zu achten (ca. 2 bis 3 m in alle Richtungen). Alternativ können auch gute Pellet- oder Holzvergaserkessel oder auch Gas-Brennwertgeräte (in Ihrem Fall mit Flüssiggas betrieben) empfohlen werden (in dieser Reihenfolge).

Inwieweit sich die Zusatzinvestition für Sonnenkollektoren lohnt, lässt sich nur durch konkrete Wirtschaftlichkeitsberechnungen ermitteln; im Sinne des Umweltschutzes sind Sonnenkollektoren aber in vielen Fällen eine sinnvolle Investition, die i.d.R. auch öffentlich gefördert wird. Insbesondere bei Einsatz von Pellet- oder Holzvergaserkessel sind ergänzende Sonnenkollektoren sinnvoll, da der Sommerbetrieb dieser Kessel vergleichsweise unwirtschaftlich und umweltschädlich ist. Mit Sonnenkollektoren können die Heizkessel im Sommer abgeschaltet werden. Dadurch verringert sich der Wartungsaufwand und erhöht sich die mögliche Lebensdauer. Empfehlenswert ist es in Ihrem Fall sicherlich, sich umfassender durch eine Baubiologische Gebäude-Energieberater IBN beraten zu lassen. Dabei wird unter Einbeziehung der vorhandenen Bausubstanz ermittelt, welche Maßnahmen baubiologisch, ökologisch und ökonomisch sinnvoll und machbar sind.