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Institut für Baubiologie + Ökologie IBN

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Baubiologisches Bauen

Frage: Ist baubiologisches Bauen teurer?

Wir würden gerne gesund bauen. Freunde, Architekten und Bauträger rieten uns allerdings mit dem Hinweis auf erhebliche Mehrkosten ab. Können Sie dies so bestätigen? Warum und wofür entstehen Mehrkosten und sind diese berechtigt?

Antwort

Konsequentes baubiologisches Bauen ist je nach Standard um ca. 5 bis 15 % teurer. Hierzu sollte man über folgende Zusammenhänge Bescheid wissen:

  • Beim baubiologischen Bauen entstehen für viele Baustoffe keine Mehrkosten, da sie auch im konventionellen Bereich verwendet werden, wie z.B. Ziegel, Kalksandsteine, Porenbeton, Holz oder Dachziegel.
  • Vergleichbar sind immer nur Baustoffe gleicher Qualität. Während ein einfacher Fichtendielenboden preiswerter sein kann als z.B. ein Laminat- oder synthetischer Teppichboden, ist ein (höherwertigeres und langlebigeres) Vollholz-Parkett natürlich teurer als ein Mehrschicht-Fertigparkett auf Spanplatte. Oft wird eine höhere Qualität auch mit weniger Pflegeaufwand und einer längeren Nutzungszeit belohnt. Während ein Laminatboden oft schon nach rund 10 Jahren unansehnlich oder gar kaputt ist, hält ein Vollholz-Parkett 80 Jahre und länger. Mittel- oder langfristig führt dies zu Kosteneinsparungen.
  • Vergleichbar sind immer nur Baustoffe gleicher Reichweite. Naturharzfarben sind zwar meist teurer als konventionelle Farben, mit der gleichen Menge kann man aber z.T. mehr Quadratmeter behandeln.
  • Viele baubiologische Baustoffe sind teurer, weil sie (noch) zu wenig nachgefragt werden. Der Aufwand für die Entwicklung, Zulassung, Produktion, Werbung und Handel ist im Verhältnis zu Produkten mit hohem Marktanteil viel höher - ein Teufelskreis, der ohne Unterstützung der Politik schwer zu durchbrechen ist.
  • Energieaufwändig hergestellte Baustoffe werden ökologisch betrachtet durch zu geringe Energiekosten begünstigt.
  • Bauherren, die baubiologisch bauen wollen, sollten wissen, dass unerfahrene Baufirmen oft sogenannte “Angstzuschläge” erheben. Dies kann man durch Aufklärung vermeiden, aber auch dadurch, indem man Firmen beauftragt, die sich auf baubiologisches Bauen spezialisiert haben.
  • Baustoffpreise können je nach Hersteller, Anbieter, Region, Abnahmemenge- und zeitpunkt stark variieren.
  • Häufig werden lediglich die Materialpreise je Quadratmeter verglichen. Naturbaustoffe sind so gesehen oft deutlich teurer. Da es sich aber lediglich um den Materialpreis ohne Kosten für den Einbau handelt, relativieren sich die Mehrkosten meist auf überschaubare Beträge.
  • Bei einem Einfamilienhaus mit einer zu dämmenden Dachfläche von 100 m2 und einem U-Wert von 0,20 entstehen z.B. Mehrkosten von ca. 500,- € bis 2.500 €, das sind ca. 0,2 bis 1 % der Gesamtkosten. Diese Mehrkosten sind mit einer Reihe von Vorteilen verbunden: Besseres Raumklima (Diffusion, Feuchteausgleich, Sorption, sommerlicher Hitzeschutz u.a.), Gesundheitsvorsorge (keine toxischen Ausgasungen u.a.), geringeres Bauschadenrisiko, keine Entsorgungsprobleme, höherer Wiederverkaufwert.

Eine Studie des Institut für ökologische Raumentwicklung in Dresden hat ergeben, dass konventionelles Bauen eigentlich um ca. 5 bis 15 % teurer sein müsste, da damit oft Kosten verbunden sind, welche Bauherren auf die Allgemeinheit umwälzen können. Zu diesen Kosten zählen z.B. Umweltschäden, Folgekosten des Klimawandels (Deichbau, Sturmschäden etc.) und Behandlungskosten umweltbedingter Krankheiten. Diese Kosten trägt letztendlich die Allgemeinheit u.a. über Steuern und Versicherungsbeiträge (Kranken- und Rentenversicherung etc.).

Baubiologische Bauherren dagegen tragen durch umweltschonendes, energiesparendes und gesundes Bauen diese Kosten weitgehend selbst. Dafür werden sie allerdings durch ein gesundes Wohnumfeld belohnt.

Baubiologisch und energetisch bedingte Mehrkosten lassen sich oft durch folgende Maßnahmen neutralisieren:

  • kompakte einfache Bauformen und Grundrisse
  • optimierte Wohnflächen, Statik und Konstruktionen
  • einfache Installationen
  • Reduzierung der Gewerke
  • Eigenleistung
  • gemeinschaftliches Bauen (Doppelhaus, Dreispänner, Ökosiedlung mit gemeinsamer Energieversorgung etc.)
  • Auswahl guter und kostenbewusster Planer und Handwerker
  • Berücksichtigung der Amortisation von Mehrkosten für langlebige Materialien und energiesparende Maßnahmen.

Baubiologische Beratungsstellen IBN oder Baubiologische Gebäude-Energieberater IBN können bei der kostenbewussten Planung, Erstellung oder Sanierung baubiologischer Wohnungen oder Gebäude helfen.

Zu dieser Thematik passt folgendes Zitat von Friedensreich Hundertwasser: “Natur- und menschengerechte Bauten sind billiger in der Gesamtvernetzung von Ökologie, Gesundheit, Volkswirtschaft, Heizung, Kühlung, Kreativität, Stadtflucht, Alkoholismus und Drogen, physischer und psychischer Abhängigkeit, Baustabilität e etc.”

Dem Institut für Baubiologie + Oekologie IBN ist sehr wichtig, dass baubiologisches Bauen nicht als teures Bauen wahrgenommen wird, sondern zunehmend zum Standard wird.