 Institut für Baubiologie + Ökologie IBN
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Welche Außendämmung ist baubiologisch?
Frage
Demnächst möchte ich mein Einfamilienhaus (Ziegelbau, Wanddicke 30 cm, Baujahr 1970) außen dämmen, um die Heizkosten zu senken. Bei einigen Firmen haben wir bereits nachgefragt. Generell wird ein sogenanntes Wärmedämmverbundsystem (WDVS) mit einer Dämmung aus Polystyrol oder Mineralfasern empfohlen. Als naturverbundener Mensch würde ich gerne nachwachsende Materialien verwenden. Gibt es solche Alternativen? Falls ja, können Sie diese empfehlen?
Antwort
Wärmedämmverbundsysteme können auch mit Holzweichfaserplatten, Korkplatten, Schilfrohrmatten oder Mineralschaumplatten realisiert werden. Auf dem Markt vergleichsweise gut etabliert sind WDVS aus Holzweichfaserplatten und Mineralschaumplatten. Alternativ kann man auch Kanthölzer an der Außenwand befestigen und darauf Holzweichfaserplatten oder Holzwolleleichtbauplatten anbringen, die anschließend verputzt werden. Zwischen den Kanthölzern kann nahezu jeder Dämmstoff eingebracht werden, also z.B. auch Hanf- oder Flachsdämmung, Zellulose oder Sägespäne.
Die genannten Materialien haben sich bewährt, sind diffusionsfähig, hygroskopisch, bilden im Brandfall keine giftigen Gase, sind problemlos zu entsorgen und bestehen überwiegend aus nachwachsenden oder mineralischen Rohstoffen. Bei Anbietern von Systemlösungen (Wärmedämmung, Befestigungsmittel und Putzsystem aufeinander abgestimmt) ist es aus haftungsrechtlichen Gründen sinnvoll, dass man im System bleibt und nicht Produkte verschiedener Anbieter mischt.
Die genannten Alternativen sind i.d.R. etwas teurer als die etablierten Systeme; Ursache hierfür ist vorrangig die geringe Nachfrage nach alternativen Lösungen (Gesetz von Angebot und Nachfrage). Die Mehrkosten sind allerdings nicht immer berechtigt. Häufig werden von den anbietenden Firmen sogenannte “Angstzuschläge” erhoben oder es werden Preise genannt, die zur Abschreckung dienen sollen. Von den Herstellern oder auch von den Baubiologischen Beratungsstellen IBN sowie den Baubiologischen Gebäude-Energieberatern IBN kann man nach Firmen fragen, die faire Preise anbieten.
Wärmedämmverbundsysteme dienen übrigens nicht nur zur Reduzierung des Heizenergiebedarfs, sondern können auch das Raumklima verbessern (höhere Oberflächentemperatur) und dazu beitragen, Feuchteschäden und Schimmel zu vermeiden. Wichtig ist jedoch stets die richtige Detailausbildung und die Gesamtschau mit anderen möglichen Energiesparmaßnahmen wie neue Fenster bzw. Fensterscheiben, Dachdämmung, Heizsystem etc.
Um hier keine Ausführungsfehler zu machen, keine Fehlinvestition zu tätigen und mögliche Fördermaßnahmen auszuschöpfen, empfehlen wir immer die Beratung und Baubegleitung durch Fachleute wie Architekten und/oder Baubiologische Beratungsstellen IBN. Vor-Ort-Energieberater oder Baubiologische Gebäude-Energieberater IBN fertigen im Rahmen ihrer Beratungs- und Berechnungstätigkeit einen Wirtschaftlichkeitsvergleich an, der schwarz auf weiß zeigt, mit welchen Kosten zu rechnen ist und welche Maßnahmen die wirtschaftlichsten sind.  
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